17.10.2011 - Anja Schartl
Die Rolle der Information in der Unternehmensführung Kolloquium der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik + Vortragender: Prof. Dr. Klaus Mentzel - Universität Hamburg + Zeit: Mittwoch, 19. Oktober 2011, 16:00 Uhr + Ort: Ruhr-Universität Bochum, Gebäude ID, HID + Diskussionsleitung: Prof. Dr.-Ing. Helmut Balzert - Lehrstuhl für Softwaretechnik
Hierarchien sind in allen Unternehmen zu Machtzentren degeneriert. Sie sollten ursprünglich zergliederte Aufgaben integrieren, haben sich jedoch im Verlauf der Geschichte der Unternehmensführung Machtpositionen erarbeitet, die sie verteidigen müssen. Sie haben damit entgegen ihrem ursprünglichen Auftrag, zergliederte Aufgaben zu integrieren, die Unternehmen in Machtzentren zergliedert. Um ihre Macht zu erhalten oder sogar zu erweitern nutzen sie diverse Instrumente, u.a. manipulieren sie Informationen zu dem Schutz ihres Machtzentrums. Um sich nicht „in die Karten sehen zu lassen“ lehnen viele Entscheidungsträger integrierende IT-Systeme ab. Die ursprüngliche Rolle der Information, zergliederte Aufgaben zu integrieren, ist in Vergessenheit geraten. Heute wird die Informationstechnologie überwiegend eingesetzt, um Abläufe zu rationalisieren. Diese Aufgabe ist inzwischen in vielen Unternehmen bereits abgeschlossen. Die Entscheidungsträger in Unternehmen sehen deshalb in den Bilanzen nur noch die hohen Kosten der IT-Technologie, ohne die Vorteile wieder zu finden. Bei den Entscheidungsträgern hat sich deshalb ein negatives Image für die IT-Technologie entwickelt. Unter dem Einfluss der Dynamik in dem unternehmerischen Umfeld muss die Handlungsfähigkeit von Unternehmen verbessert werden, und zwar durch eigenverantwortliches und selbstständiges Handeln der Mitarbeiter. Damit geht der integrierende Einfluss von Hierarchien (und auch von Machtzentren) zurück. Für die Führung von Unternehmen gewinnt die IT-Technologie damit erneut an Bedeutung.